Mettnau-Schule

Mettnau-Schule 


Stand: Dezember 2006 Zweijähriges Berufkolleg für Sozialpädagogik
Das Mikroskop

Mit Kindern den Mikrokosmos erforschen (3 Doppelstunden)
Arbeit mit Lupe, Fadenzähler, Stereomikroskop und Schulmikroskop

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USB-Mikroskop
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1. Doppelstunde

Wir bekamen zuerst eine Einführung in den Aufbau eines Schulmikroskops, die prinzipielle Handhabung und die wichtigsten Regeln zum Umgang mit dem Mikroskop, aber auch die Fehler wurden herausgearbeitet, die man beim Mikroskopieren machen kann. Wir übten das Herstellen eines
einfachen Präparates.

 

Mikroskopieren eines Buchstaben

Um den fachgerechten Umgang mit dem Mikroskop einzuüben, wurde im ersten Schritt ein kleiner Buchstabe aus einer Zeitung zu Übungszwecken verwendet.

Ablauf:

Jeder sollte einen kleinen Buchstaben (Präparat) aus der Zeitung mitbringen. Dieser wurde dann trocken auf einen Objektträger gelegt. Deckglas drauf, und los geht’s.
Vom kleinsten zum größten Objektiv.....
Und wirklich, so ein etwa 3mm großer Buchstabe ist richtig spannend, man erkennt die Strukturen des Papiers und der Buchstabe selbst besteht aus riesigen
schwarzen Flecken mit verschiedensten Maserungen.

Natürlich machen wir das Ganze nicht aus lauter Spaß oder weil wir schon immer mal wissen wollten, wie das so aussieht, sondern wir erleben, wie mit einfachen Mitteln der Umgang mit dem Mikroskop eingeübt werden kann: Das Wechseln
der Objektivstärke, die Scharfeinstellung des Bildes mit dem Grobtrieb
und anschließend mit dem Feintrieb.

 

Mikroskopieren eines Zwiebelhäutchens

Zuerst mussten wir die Zwischenhäute (rot oder weiß) einer Zwiebel mit der Pinzette entfernen und wieder auf unserem diesmal mit destilliertem Wasser benetzten Objektträger platzieren. Deckblatt darauf und das Spiel geht von vorne los,
von klein nach groß!

Hat alles geklappt, sieht man ganz genau die Struktur der Zwiebelzellen,
hier symbolisch dargestellt:

Zeiwbelzelle

Mit der größten Vergrößerung können selbst die Zellkerne entdeckt werden.
Zudem üben wir noch einmal, wie vorsichtig wir mit dem Feintrieb arbeiten müssen.

Wichtig ist, dass die Zwiebelschalen in genügend Wasser liegen, da sie sonst austrocknen.

 

Mikrokospieren und Anfärben der eigenen “Spucke“

(fachlich richtig ausgedrückt: Mikroskopieren der Mundschleimhautzellen)

Mit einem Holzspatel kratzten wir vorsichtig in den Backentaschen unsere Mundschleimhaut auf den Spatel und vermengten dies auf dem Objektträger mit destilliertem Wasser. Danach wurde das Deckblättchen regelgerecht aufgelegt und dann an einer Seite METHYLENBLAU mit der Pipette aufgetropft. Mit einem Tempotaschentuch (gute Saugfähigkeit) wurde die Anfärbung unter das Deckblättchen in die gegenüberliegende Richtung gezogen.

(dort ist kein Methylenblau).....dadurch vermischte sich das Wasser mit dem Farbstoff und die eigene  „Spucke“ (fachlich richtig: Mundschleimhautzellen) wurde unter dem Mikroskop sichtbar. Selbst die einzelnen Zellen mit den Zellkernen konnten beobachtet werden.

Hausaufgabe: Merkblatt zum Mikroskopieren bearbeiten.
                                                                                                                     
Protokoll:  Nadine Zdych und Kerstin Fruh

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2. Doppelstunde

Wir reflektieren inwieweit das Mikroskop im Kindergarten einsetzbar ist, welche Altersgruppen wirklich auf Grund ihrer Entwicklung mit einem Schulmikroskop umgehen können und welche Alternativen zur Verfügung stehen. Wir kommen
zu dem Ergebnis, dass es 2 Positionen gibt: Diejenigen, die den sicheren und sinnvollen Umgang mit dem Mikroskop erst ab ca 11 Jahren empfehlen und die, die mit den Kindern bereits im Kindergartenalter mit einfachen Mikroskopen, allerdings unter enger Anleitung der Erzieher, arbeiten. Wir erkennen, dass das Stereomikroskop eine sinnvolle Möglichkeit für den Kindergarten sein könnte, wenn es kindgerecht eingestellt werden kann, damit die Kinder überhaupt etwas sehen können (Abstand der Augen!).

Wir testen spielerisch Lupen, Becherlupen und Fadenzähler auf ihre Einsatzmöglichkeiten und entdecken so die Mikrowelt unserer Bekleidung, unseres Körpers, wie Fingernägel, Haarspitzen, wir erkunden die Einrichtung
des Klassenzimmers.

Als Hausaufgabe überlegen wir uns verschiedene Möglichkeiten, in der Winterzeit mit Kindern den Mikrokosmos erkunden zu können.

Da unsere Schule auf der Halbinsel Mettnau am Bodensee liegt, haben wir eine reiche Auswahl an kleinen Lebewesen, die unser Schulhaus bevölkern.

Ergebnis:

Das Thema für die nächste Stunde heißt:
Wir suchen die Monster in unserem Haus.

Protokoll: Widmann

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3. Doppelstunde

Bereitgestellte Materialien:
Becherlupen, Fadenzähler, Stereomikroskop, Kopflaus.
Die zukünftigen Erzieherinnen und Erzieher wandern mit Becherlupen durch das Haus und bergen lebende oder tote „Monster“. Die Monster werden der Klasse vorgestellt. Fragen und Ideen zur Umsetzung des Themas im Kindergarten werden gesammelt und dokumentiert. Die schönsten Exemplare können zum Abschluss der Stunde im Stereomikroskop betrachtet werden. Zudem haben
wir eine echte Kopflaus aus dem Kindergarten und bewundern diese
unter dem Stereomikroskop.

Ideenpool: Unsere Monstersuche am 12.Dezember 2006

Wir stellen unsre Monster vor:

Jenny und Nathalie stellten eine kleine Spinne vor, die sich in der Becherlupe ein Netz spinnt

Nadine und Melanie haben Spinnenangst, deshalb sammelten sie Hausstaub, um dort die Monster zu entdecken. Ihre Idee ist, einen Monstersteckbrief zu erstellen und zu klären, wo die Monster gerne leben, um durch Wissen Ängste abzubauen.

Verena und Marcel fanden eine von einer Spinne ausgehöhlte Wespe, die sie in einem Spinnennetz gefunden haben, dies gibt Hinweis auf den Speiseplan einer Spinne.

Ein lohnendes Objekt für die Betrachtung unter dem Stereomikroskop !

Manuel war allein unterwegs. Er hat festgestellt, dass es gar nicht so leicht ist, eine lebende Spinne unverletzt in die Becherlupe einzusperren. Er hat seine Spinne zu hart angefasst und damit umgebracht! Daraus wurde der Schluss gezogen, dass wir die Kinder vorbereiten müssen, mit welchen Mitteln und Methoden sie lebende „Monster“ in die Becherlupe einfangen können.

Manuela und Anja fanden eine tote Spinne mit Staub und etwas Dreck verwickelt.
Unter dem Stereomikroskop eine Wunderwelt!

Julia und Antje verglichen 2 tote Spinnen, eine, die aussah, als hätte sie sich gehäutet. Es wurden Vermutungen angestellt wie sich Spinnen entwickeln und
ob sie sich häuten wie die Vogelspinne.

Rasha und Miriam fanden eine sehr aktive Spinne, die sehr hysterisch versuchte, die Becherlupe zu verlassen. Diese Spinne wurde schleunigst, aber vorsichtig wieder in die Freiheit entlassen. Hat sie sich beim Einfangen ein Bein gebrochen? Wir waren besorgt!

Jessica und Steffi haben 2 Mücken eingefangen. Ihre Idee ist, den Flügel der Mücken genau zu betrachten, Insekten nachzubauen mit Gips oder Pappmaschee und ein Tierlexikon zu befragen, um nähere Informationen
zu Insekten zu erhalten.

Kerstin und Melissa gingen mit der Fingerpuppe Sherlock Holmes als spielerischer Begleiter auf die Suche nach neuen Monsterfreunden: „Wir haben
3 Spinnen in der Becherlupe in unterschiedlichen Größen, und fragten uns,
ob sie sich auch gegenseitig fressen oder wie sie sich verhalten.
Aber sie begannen ganz verrückt Netze zu bauen.“

Maisha und Claudia fanden eine tote Spinne, sie hatten die Idee, mit den
Kindern einen Bauplan für Insekten zu erarbeiten. Inspiriert wurden sie durch
die behaarten Beine der Spinne.

Elena hat angesichts ihrer toten Spinne im Glas das Projekt „Spinnen“ entwickelt. Dazu will sie mit Kindern alles zum Thema erforschen: Wie spinnt die Spinne?
Woraus besteht das Spinnennetz? Wo sind geeignete Orte für das Spinnennetz ?
Wozu dient das Spinnennetz? Sie verbindet dies mit Spielen für die Kinder:
Wir spinnen ein Netz mit Fäden, was gleichzeitig die Verbindung der
Kinder untereinander symbolisieren soll.

Zum Abschluss der Unterrichtseinheit erörterten wir weitergehende Möglichkeiten, unser Wissen zu den kleinen Monstern zu erweitern und die Fragen, die sich
aus der Monstersuche ergaben, zu bearbeiten.
-eine Führung in der Universität Konstanz in den Bereich des Mikrokosmos
-ein Besuch des Zoos in Stuttgart, wo Spinnen gehegt und gepflegt werden.

Als Hausaufgabe haben wir uns vorgenommen alle fachlichen Informationen zum Thema Insekten zu recherchieren, um unsere Kenntnisse zu erweitern und zu festigen. Die Ergebnisse wollen wir zu Beginn der nächsten Stunde zusammenstellen.

Protokoll: Melissa Kaiser

 


 

Empfehlungen an die Schüler zur Vertiefung und für die Praxis:

Auf der Internetseite www.mikroskopie-muenchen.de  findet sich eine Mikroskopierfibel zum Herunterladen, bitte Urheberrechte beachten.

Schön sind auch die Kinderseiten von www.mikroskopie-fuer-anfaenger.de,
dort finden sich zahlreiche Anregungen.

Ein Mikroskopierkurs findet sich auf den Seiten der ETH Zürich.

Viele Anregungen gibt es im Buch von Andreas Hoffmann, Das Becherlupen-Experimentierbuch aus dem moses Kinderbuchverlag, Kempten.

Der Einsatz von Lupen findet sich auch in der Veröffentlichung  der Stiftung Naturschutzfonds beim Ministerium für Ernährung und ländlichen Raum Baden-Württemberg, „Lebensraum Wiese“, eine Anleitung für junge Naturforscher:

Diese Empfehlungen könnten unendlich fortgesetzt werden, sie stellen nur einen kleinen Ausschnitt der zahlreichen Möglichkeiten und Quellen dar, sich Ideen und Informationen zu holen.

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Mikroskopieren eines Zwiebelhäutchens
Material zum Mikroskopieren

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Klasse 2BKSp2/2

Klasse 2 BK Sp2/2
Stand: Dezember 2006

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